Gonorrhö

Auch unter der Bezeichnung „Tripper“ bekannt, stellt Gonorrhö eine ansteckende Krankheit dar, die meist durch sexuellen Kontakt mit einer infizierten Person übertragen wird. Gonorrhö kann auch durch Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten übertragen werden, weshalb eine Mutter während der Geburt eine Infektion auf ihr Neugeborenes übertragen kann. Sowohl Männer als auch Frauen können Gonorrhö bekommen. Die Infektion wird leicht verbreitet und tritt am häufigsten bei Personen auf, die mehrere Sexualpartner haben.

Wodurch wird Gonorrhö verursacht?
Gonorrhö wird durch Neisseria Gonorrhoeae verursacht, einem Bakterium, das in den Schleimhäuten des Körpers leicht wachsen und sich vermehren kann. Gonorrhö Bakterien können in den warmen, feuchten Teilen des Fortpflanzungstrakts wachsen. Das umfasst den Gebärmutterhals (Öffnung zur Gebärmutter), Uterus (Geärmutter), die Eileiter bei Frauen und die Harnröhre (die Röhre, die den Urin, bei Frauen und Männern, von der Blase außerhalb des Körpers befördert). Das Bakterium kann auch im Mund, Hals und Anus wachsen.

Wie häufig kommt Gonorrhö vor?
Gonorrhö ist eine sehr häufige Infektionskrankheit in Deutschland und fast so häufig wie Chlamydien.

Wie weiß ich, ob ich Gonorrhö habe?
Nicht alle mit Gonorrhö infizierten Personen haben auch Symptome, weshalb es schwierig sein kann zu wissen, wann man sich untersuchen lassen sollte. Wenn tatsächlich Symptome auftreten, geschieht das oft innerhalb von zwei bis zehn Tagen nach der Exposition, sie können aber oft auch erst nach bis zu 30 Tagen auftreten. Symptome umfassen:

Symptome von Gonorrhö bei Frauen

  • Grünlich gelber oder weißlicher Ausfluss aus der Vagina
  • Unterleibs- oder Beckenschmerzen
  • Brennen während des Urinierens
  • Bindehautentzündung (rote, juckende Augen )
  • Blutungen zwischen der Periode
  • Schmierblutung nach dem Geschlechtsverkehr
  • Schwellungen der Vulva (Vulvitis)
  • Brennen im Hals (verursacht durch Oralsex )
  • Geschwollene Lymphknoten im Hals (aufgrund von Oralsex)
  • Bei manchen Frauen können die Symptome so schwach sein, dass sie unbemerkt bleiben

Viele Frauen mit Gonorrhö Ausfluss denken, dass sie eine Hefepilzinfektion haben und behandeln sich selbst mit rezeptfreien Antipilzmitteln. Da vaginaler Ausfluss ein Anzeichen für eine Vielzahl unterschiedlicher Probleme sein kann, ist es am besten, die Meinung eines Arztes einzuholen, um eine korrekte Diagnose und Behandlung sicherzustellen.

Symptome von Gonorrhö bei Männern

  • Grünlich gelber oder weißlicher Ausfluss aus dem Penis
  • Brennen beim Urinieren
  • Brennen im Hals (verursacht durch Oralsex)
  • Schmerzhafte oder geschwollene Hoden
  • Geschwollene Lymphknoten des Halses (verursacht durch Oralsex)

Bei Männern zeigen sich die Symptome normalerweise innerhalb von zwei bis 14 Tagen nach einer Infektion.

Wie wird Gonorrhö diagnostiziert?
Um Gonorrhö zu diagnostizieren, wird Ihr Arzt ein Wattestäbchen nehmen, mit dem ein Abstrich der Flüssigkeit der Harnröhre bei Männern und des Gebärmutterhalses bei Frauen gemacht wird. Die Probe wird dann zur Analyse in ein Labor geschickt. Sie werden möglicherweise auch gebeten, eine Probe aus Hals und Anus zu geben, um festzustellen, ob in diesen Körperregionen ebenfalls eine Infektion vorliegt. Es gibt weitere Tests, bei denen eine Urinprobe auf das Vorhandensein von Bakterien untersucht wird. Sie müssen eventuell einige Tage warten, bis Ihre Proben aus dem Labor zurückkommen.

Gonorrhö und Chlamydien, welche eine weitere häufige sexuell übertragbare Krankheit ist, kommen häufig zusammen vor. Daher sollten Sie möglicherweise auf beide getestet und behandelt werden.

Kann Gonorrhö geheilt werden?
Ja. Gonorrhö kann behandelt und geheilt werden.

Wie wird Gonorrhö behandelt?
Um eine Gonorrhö Infektion zu heilen, wird Ihr Arzt Ihnen entweder ein orales oder intravenöses Antibiotikum verschreiben. Ihr Partner sollte ebenfalls gleichzeitig behandelt werden, um eine Rückübertragung und weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Es ist wichtig, dass Sie Ihre gesamten Antibiotika einnehmen, auch wenn Sie sich bereits besser fühlen. Nehmen Sie darüber hinaus nie Medikamente, die für andere Personen bestimmt sind, um Ihre Krankheit zu behandeln. Ansonsten kann die Behandlung der Infektion erschwert werden. Lassen Sie außerdem jeden, mit dem Sie in letzter Zeit Geschlechtsverkehr hatten wissen, dass Sie infiziert sind. Das ist wichtig, da Gonorrhö keinerlei Symptome aufweisen kann. Besonders Frauen haben vielleicht keine Symptome und lassen sich nicht testen oder behandeln, außer sie werden von ihren Sexualpartnern informiert.

Verzichten Sie auf Sex bis Sie die komplette medikamentöse Behandlung abgeschlossen haben.

Benutzen Sie immer Kondome, wenn Sie Geschlechtsverkehr haben.

Was passiert, wenn ich Gonorrhö nicht behandle?
Unbehandeltes Gonorrhö kann, sowohl bei Männern als auch bei Frauen, ernste und dauerhafte Probleme verursachen.

Bei Frauen kann eine unbehandelte Infektion eine entzündliche Beckenerkrankung verursachen, die die Eileiter (die Verbindung zwischen den Eierstöcken und der Gebärmutter) schädigen oder sogar zu Unfruchtbarkeit führen kann. Eine unbehandelte Infektion mit Gonorrhö kann das Risiko einer ektopischen Schwangerschaft erhöhen, eine Erkrankung, bei der sich das befruchtete Ei außerhalb der Gebärmutter entwickelt. Das ist, sowohl für die Mutter, als auch das Baby eine gefährliche Situation.

Bei Männern kann Gonorrhö Epididymitis verursachen, eine schmerzhafte Erkrankung der Hoden, die zu Unfruchtbarkeit führen kann, sofern sie unbehandelt bleibt. Ohne schnelle Behandlung kann Gonorrhö auch die Prostata befallen und zu Narbenbildung in der Harnröhre führen, was das Harnlassen erschweren kann.

Gonorrhö kann ins Blut oder in die Gelenke streuen. Diese Situation kann lebensbedrohlich sein. Außerdem können Personen mit Gonorrhö leichter mit HIV infiziert werden, das Virus, das AIDS verursacht. Personen die sowohl an einer HIV Infektion als auch unter Gonorrhö leiden übertragen eine HIV Infektion mit höherer Wahrscheinlichkeit auf andere Personen, als Personen, die ausschließlich mit HIV infiziert sind.

Wie kann ich einer Infektion mit Gonorrhö vorbeugen?
Um das Risiko einer Infektion mit Gonorrhö zu reduzieren:
-Wenden Sie Kondome beim Geschlechtsverkehr jedes Mal korrekt an.
-Beschränken Sie die Anzahl der Sexualpartner und wechseln Sie nicht zwischen Partnern hin und her.
-Praktizieren Sie sexuelle Abstinenz oder beschränken Sie ihren sexuellen Kontakt auf einen nicht infizierten Partner.
-Wenn Sie vermuten, dass Sie sich angesteckt haben, vermeiden Sie sexuellen Kontakt und suchen Sie einen Arzt auf.

Jegliche Symptome an den Genitalien wie Ausfluss, Brennen beim Urinieren, eine ungewöhnliche wunde Stelle oder Ausschlag sollten ein Anzeichen dafür sein, keinen Sex zu haben und sofort einen Arzt aufzusuchen. Wenn Ihnen gesagt wird, dass Sie Gonorrhö oder eine andere STD haben und behandelt werden, sollten Sie alle kürzlichen Sexualpartner informieren, damit diese zum Arzt gehen und sich ebenfalls behandeln lassen können.