Scheidenentzündungen

Die meisten Frauen haben das schon einmal erlebt. Sie sind abgelenkt und rutschen auf Ihrem Stuhl hin und her, weil da unten irgendetwas nicht stimmt. Vielleicht ist es der Geruch, der ein bisschen, naja, muffiger ist als sonst. Sie möchten irgendetwas tun, um dieses Gefühl zu stoppen und zwar sofort.
Sie können sich eine Scheideninfektion hinzuziehen, wenn Bakterien, Pilze oder Viren in und rund um Ihre Vagina wachsen. Das Vorkommen bestimmter Bakterien in der Vagina ist normal, andere Bakterien allerdings, so wie Viren und Pilze sollten sich hier nicht finden lassen.

Einige Scheideninfektionen sind häufig – zum Beispiel haben dreiviertel aller Frauen irgendwann in ihrem Leben einmal einen Scheidenpilz.
Obwohl dies sehr unangenehm ist, ist es nicht das Ende der Welt. Die Infektion kann durch Bakterien, Hefen oder Pilze verursacht sein. Chemikalien in Seifen, Sprays oder sogar Kleidung, die mit dem Bereich in Berührung kommen, können die empfindliche Haut und das Gewebe zusätzlich reizen. Es ist nicht immer leicht, herauszufinden, was genau los ist. Sie brauchen wahrscheinlich die Hilfe Ihres Arztes, um die Ursachen herauszufinden und die richtige Behandlung zu erhalten.

Arten von Scheidenentzündungen
Ärzte bezeichnen die verschiedenen Erkrankungen, die eine Infektion oder Entzündung der Vagina verursachen als Vaginitis. Die häufigsten Arten sind:

  • Bakterielle Vaginose
  • Candida oder Hefepilzinfektionen
  • Chlamydien
  • Gonorrhö
  • Unerwünschte Reaktionen oder Allergien (nicht-ansteckende Vaginitis)
  • Trichomonasis
  • Virale Vaginitis

Obwohl all diese Erkrankungen unterschiedliche Symptome aufweisen können, kann eine Diagnose manchmal schwierig sein. Ein Teil des Problems ist, dass es passieren kann, das Sie verschiedene Infektionen gleichzeitig haben können. Sie können aber auch ohne jegliche Symptome unter einer Infektion leiden.

Was ist normal? Welche Symptome sind es nicht?
Die Vagina einer Frau bildet Ausfluss, der gewöhnlich durchsichtig oder leicht trüb ist. Dadurch reinigt sich die Vagina teilweise selbst. Der Ausfluss ist geruchlos und juckt nicht. Die Stärke, sein Aussehen und seine Konsistenz können während Ihres Menstruationszyklus variieren. An einem Tag haben Sie möglicherweise nur eine kleine Menge an dünnflüssigem oder wässrigem Ausfluss und an einem anderen Tag im Monat ist er dicker und stark. Das alles ist normal.

Wenn der Ausfluss einen sehr auffälligen Geruch hat, brennt oder juckt, haben Sie wahrscheinlich ein Problem. Sie bemerken tagsüber vielleicht Reizungen, am häufigsten aber stört es in der Nacht. Geschlechtsverkehr kann einige der Symptome schlimmer machen.
Symptome einer Scheideninfektion umfassen:

  • ein ungewöhnlicher vaginaler Ausfluss – er kann eine ungewöhnliche Farbe haben oder riechen
  • eine gereizte und schmerzende Vulva (die Haut auf der Außenseite Ihrer Vagina)
  • ein Juckreiz im Intimbereich
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Blutungen zwischen der Perioden oder nach dem Geschlechtsverkehr
  • Schmerzen im Unterleib oder Becken
  • Knoten, Rötungen, Schwellungen, Bläschen oder Geschwüre auf Ihrer Vulva oder Ihrem Anus
  • Schmerzen beim Urinieren

Genitale Pilzinfektion oder bakterielle Vaginose?
Zwei der häufigsten Ursachen haben mit den Organismen in Ihrer Vagina zu tun. Beide können sehr ähnliche Symptome aufweisen. Genitale Pilzinfektion ist eine Überwucherung der Hefepilze, die Sie natürlicherweise in Ihrem Körper tragen. Bakterielle Vaginose entsteht, wenn das Gleichgewicht der Bakterien gestört ist. Bei beiden Erkrankungen bemerken Sie möglicherweise Weißfluss oder gräulichen Ausfluss.

Wie kann man diese Krankheiten auseinanderhalten? Wenn es zu einem fischigen Geruch kommt, leiden Sie eher unter einer bakteriellen Vaginose. Wenn Ihr Ausfluss wie Hüttenkäse aussieht, kann eine Hefepilzinfektion daran Schuld sein. Diese verursacht auch öfter Juckreiz und Brennen, allerdings kann bakterielle Vaginose ebenfalls einen Juckreiz verursachen. Darüber hinaus könnten Sie beides zur gleichen Zeit haben.

Verbreitung durch Geschlechtsverkehr
Sie können Scheideninfektionen auch durch Sexualkontakt bekommen:

  • Chlamydien
  • Gonorrhö
  • Herpes Simplex Virus
  • Humaner papilloma Virus (HPV) oder Genitalwarzen
  • Trichomoniasis
  • Frauen haben nicht immer offensichtliche Symptome dieser sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Wenn Sie sexuell aktiv sind (insbesondere, wenn Sie mehrere Partner haben), sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen, sich bei Ihrer jährlichen Untersuchung auch auf diese Krankheiten testen zu lassen.
    Unbehandelt können einige dieser Krankheiten Ihre Fortpflanzungsorgane dauerhaft schädigen oder weitere gesundheitliche Probleme verursachen. Außerdem können sie diese auch auf Ihren Partner übertragen.

    Nicht-ansteckende Vaginitis
    Manchmal treten Juckreiz, Brennen und auch Ausfluss ohne eine Infektion auf. Ist das der Fall, liegt dies oftmals an einer allergische Reaktion oder Reizung durch Produkte wie:

    • Waschmittel
    • Intimspülungen
    • Weichspüler
    • Parfümierte Seifen
    • Spermizide
    • Vaginalsprays

    Die Symptome können aber auch auftreten, wenn es zu einem geringeren Level an Hormonen, aufgrund der Menopause kommt oder wenn Sie sich die Eierstöcke entfernt haben lassen. Diese Umstände können eine Erkrankung die atrophische Vaginitis genannt wird auslösen, also zur Trockenheit der Vagina führen. Der Geschlechtsverkehr kann dann schmerzhaft sein und Sie bemerken vielleicht sowohl einen Juckreiz im Intimbereich als auch ein Brennen.

    Behandlung
    Der Schlüssel zur wirksamen Behandlung von Scheidenentzündungen ist die richtige Diagnose.
    Achten Sie sehr genau darauf, welche Symptome Sie haben und wann diese auftreten. Sie sollten in der Lage sein Farbe, Konsistenz, Geruch und Menge des Ausflusses zu beschreiben. Duschen Sie vor Ihrem Arzt- oder Krankenhausbesuch nicht, das erschwert das erfolgreiche Testen und kann es sogar unmöglich machen. Manche Ärzte werden Ihnen empfehlen zwischen 24 bis 48 Stunden unmittelbar vor ihrem Termin, keinen Geschlechtsverkehr zu haben.

    Es ist besser, Ihren Arzt aufzusuchen bevor Sie selber rezeptfreie Mittel ausprobieren, auch wenn Sie sich ziemlich sicher darüber sind, was Sie haben.
    Eine nicht-infektiöse Vaginitis wird durch eine Behandlung der wahrscheinlichen Ursache therapiert. Überlegen Sie, welche Produkte Sie benutzen, die Ihre empfindliche Haut reizen könnten. Bei hormonellen Veränderungen verschreibt Ihr Arzt Ihnen möglicherweise Östrogen, um die Beschwerden zu lindern.